Interview: Ein Gespräch mit Roger Meier

08.02.2010 - Roger Meier wechselte von der John Lay Electronics AG als regionaler Vertriebsleiter DACH zu Milestone Systems DE. Er sprach mit der Redaktion des Newsletters Sicherheit-Online.ch über die Hintergründe und seine Sichtweise in Bezug auf den Video over IP Markt. Das Gespräch führte Urs Häni.

Was versprechen Sie sich von der Neuorganisation und vor allem Ihrer Position als regionaler Vertriebsleiter?
Ich verspreche mir durch die lokale Präsenz in der Schweiz vor allem direkt mit den Integratoren zusammenzuarbeiten und dementsprechend näher an den Puls des Geschehens zu rücken. Bereits in meinen ersten Wochen habe ich durchwegs positive Erfahrungen gemacht und die Errichter schätzen es, den direkten Kontakt zu dem Lieferanten zu haben.

Welche Rolle spielt dabei die John Lay Electronics AG?
Das Vertriebskonzept von Milestone ist zweistufig gegliedert. Integratoren sollen Milestone Software Lösungen bei Broadline- oder Value Adding Distributoren beziehen können.
John Lay Electronics arbeitet seit 2002 mit Milestone zusammen und hat sich in der Vergangenheit durch Entwicklungen auf der Milestone Plattform auch international einen Namen gemacht. Die Möglichkeiten projektspezifisch auf Kundenwünsche einzugehen ist in diesem Geschäft sehr wichtig und dementsprechend hat sich das Littauer Unternehmen als value adding Distributor für Milestone im Schweizer Markt etabliert.

Wie viele Anlagen sind in der Schweiz bereits mit Milestone Lösungen ausgerüstet?
Die Anzahl Anlagen ist mir nicht bekannt, aber eine interessante Nummer ist die Anzahl Videokanäle welche in der Schweiz auf der Milestone Plattform laufen. Diese beläuft sich per Ende 2009 auf rund 1300.

In welchen Bereichen sind die häufigsten Anwendungen anzutreffen (Einzelhandel, Finanzen, Industrie, Bildungswesen, Behörden, Hotels, Verkehrsmittel)?
Wir haben in allen Sektoren bereits grössere Projekte realisiert.



Die Videoüberwachung lässt sich einfach über den Touchpanel steuern – hier in einer Zürcher Bijouterie.


Moderne IP Videosysteme können nicht mehr von Standard-Elektroplanern geplant und installiert werden. Auch Videolieferanten könnten damit überfordert werden, wenn sie eine komplexe Überwachungsanlage realisieren müssten – vor allem wenn die Videoüberwachung in umfassende Netzwerke integriert werden sollte. Sind die Errichter für IP Videosysteme bereit?
Eine stetige Aus- und Weiterbildung ist auch in unserem Markt extrem wichtig und der Trend zu Video over IP ist ja schon seit ein paar Jahren spürbar. Dementsprechend haben sich viele Integratoren aufgestellt und sich die benötigte Fachkompentenz angeeignet, entsprechende Fachkräfte eingestellt oder aber sind Partnerschaften eingegangen. Sehr häufig sind auch IT Integratoren in den Projekten anzutreffen, welche durch die Thematik gut positioniert sind. Milestone beispielsweise bietet auch entsprechende Zertifizierungs- und Schulungsprogramme an, um alle Bereiche weiter zu fördern!

Zukünftig werden IP Videoanlagen immer mehr der IT zugeordnet. Es gibt aber genügend Beispiele, wonach die IT Spezialisten mit dem Medium Video nicht zurecht kommen. Wo sehen Sie hier den Lösungsansatz?
Wie oben erwähnt sind stetige Aus- und Weiterbildung oder Partnerschaften sehr wichtig. Das gilt natürlich auch für IT Integratoren, welche sich in das komplexe Thema der Videotechnik einarbeiten müssen.

Im Referenzbuch von Milestone habe ich gesehen, dass die Software oft mit Panasonic Kameras eingesetzt wird. Kann sie auch mit jeder andern Kamera funktionieren?
Durch die Zusammenarbeit mit John Lay Electronics werden natürlich vor allem Projekte bekannt, welche mit Panasonic Produkten realisiert wurden. In der Realität sieht dies etwas anders aus. Mit der Wahl von Milestone als Video Management System hat man die freie Auswahl und kann stehts das am besten geeignete Produkt einsetzen. So gibt es zahlreiche Integratoren, welche nur die Software bei John Lay beziehen, jedoch für Kameras oder Codecs andere Anbieter berücksichtigen.



Dezent und doch präsent: Vandalensichere Dom-Kamera über dem Eingang der Bijouterie.


Sind denn die Treiber all dieser Produkte verfügbar? Normalerweise muss der Softwareintegrator für jede Kamera den entsprechenden Treiber besorgen. Ist das angesichts des Riesenangebots an IP Kameras überhaupt noch überschaubar?
In dem Headquarter in Dänemark exisitiert eine eigene Abteilung, welche für die Entwicklung dieser Treiber verantwortlich ist. Partnerschaften mit allen namhaften Hersteller garantieren dabei einen optimalen Informationsfluss.
Der strategische Grundsatz von Milestone ist die «offene Plattform». Der Kunde soll aus den verfügbaren Hardware Komponenten frei wählen können, dementsprechend hoch ist die Priorität die Treiber stets auf dem neusten Stand zu halten.

Aber hier war doch eher die Tendenz spürbar, dass der Integrator nicht die geeignetste Kamera für die Überwachung einsetzt, sondern jene, die von den Treibern und den Protokollen her am besten passt?
Genau dies wollen wir mit unserem Ansatz verhindern. Der Kunde soll sich für die Wahl der Kameras nicht um Protokolle oder dergleichen kümmern müssen.
Zur Zeit sind 60 Alliance Partner (MAP) registriert. Damit ist Milestone die klare Nummer Eins, wenn es um die Anzahl von integrierter Hardware geht.

Die IP Videoübertragung ist ja noch nicht wirklich standardisiert. Zur Zeit zeichnen sich zwei Lager ab und High Definition könnte eine weitere Runde in dieser Diskussion verursachen. Wie behandeln Sie dieses Problem?
Offen wie alles andere – Open Platform! Wir sind für jede Form der Standardisierung vorbereitet, wie man auch an der aktuellen Umsetzung von Onvif und PSIA sieht

Infos: www.milestone.dk



Die Lösung für die Zukunft heisst: Open Platform.

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